Tagespflege-Station in Scheune geplant

Tagespflege-Station in Scheune geplant

Tagespflege in Mehringen
Mehringen -

Für Antje Sopart wird sich im kommenden Jahr ein Traum erfüllen. Die Inhaberin des Mehringer Gesundheitsinstituts möchte eine Scheune auf ihrem Grundstück zu einem Sozial-, Kultur- und Gesundheitszentrum für Senioren und behinderte Menschen umbauen. Der Weg dafür wurde kürzlich von der Leader-Aktionsgruppe „Aschersleben-Seeland“ geebnet.



Denn das Projekt soll mit 50.000 Euro aus dem europäischen Fördertopf unterstützt werden. Insgesamt plant die Mehringerin eine Investition in Höhe von 152.000 Euro.

„Das ist ein großer Schritt. Der Umbau einer alten Werkzeughalle zu unserem Institut sollte eigentlich der letzte Bau sein. Doch die Scheune steht auf dem Grundstück und stört, so wie sie ist“, erklärt die 42-Jährige. Deshalb musste eine Idee her.
Zum Abreißen zu schade

Denn zum Abreißen sei das alte Gebäude viel zu schade. Im Ort gebe es viele ältere Mitbürger. Und es würden in naher Zukunft noch mehr werden. „Diese Menschen möchten auch im Alter in ihrer Umgebung bleiben. Dafür könnten wir mit dem Umbau sorgen“, sagt sie.

Ähnlich einer Tagespflege können die Senioren täglich oder auch nur an bestimmten Tagen der Woche in der neuen Einrichtung von morgens bis zum Nachmittag betreut werden. Erste Rückfragen bei Behandlungspatienten aus ihrer Praxis hätten ein großes Interesse an Leistungen für behinderte oder gesundheitlich beeinträchtige Menschen ergeben.

Auch die drei Seniorengruppen, die sich in ihrer Einrichtung zum Sport treffen, seien sehr angetan von der Idee. Ebenso die Schlaganfallpatienten, die sich in der Praxis teilweise zum Erfahrungsaustausch einfinden.

„Wir schaffen hier Platz für zehn bis zwölf Personen. Diese werden dann von Pflegepersonal betreut“, sagt sie und verrät, dass sie damit nicht nur einen neuen Berufszweig öffnet, sondern auch vier neue Arbeitsplätze schaffen möchte. Der Alltag der Menschen, die dann in der Einrichtung betreut werden, soll recht abwechslungsreich sein.
Schulungen und Beratungen geplant

So werden Gesundheitsveranstaltungen, wie zum Beispiel Diabetikerschulungen oder Beratungen für barrierefreies Wohnen oder in der Pflege angeboten. Auch die Angehörigen könnten dort in Sachen Pflege geschult werden.

„Es gibt jede Menge Dienstleistungen, die wir anbieten können“, sagt sie und spricht dabei aus Erfahrung. Denn in ihrem Institut sind Physiotherapie mit ganz verschiedenen Behandlungsangeboten, Friseur, Fußpflege und Kosmetik bereits untergebracht.

„Für den Umbau der Scheune hat das Bauamt bereits seine Zustimmung gegeben. Ich denke, dass der Bauantrag bis Februar ebenfalls durch sein wird. Mein Traum ist es, im kommenden Winter zu eröffnen“, sagt sie. Bis dahin soll die Scheune vor allem barrierefrei hergerichtet werden. Große ebenerdige Fenster sollen viel Licht bringen.

Entstehen sollen ein großer Gemeinschaftsraum und ein Raum, in den sich die Besucher zurückziehen können. Eine offene Küche und natürlich sanitäre Anlagen sowie ein Büro für das Team werden ebenfalls nicht fehlen. „Das Dach wird noch nicht ausgebaut. Wenn wir genau überlegen, dann könnte uns auch dafür etwas einfallen“, sagt die Geschäftsfrau lächelnd.

Auch das große angrenzende Gartengrundstück soll dann mit genutzt werden. „Hier könnten Hochbeete gemeinsam mit den Senioren angelegt werden“, sagt sie. Doch auch zum Verweilen oder zur Nutzung eines Rollator-Parcours soll dieser Bereich einladen.

Seit 2010 gibt es das Gesundheitsinstitut in der Mehringer Angerstraße bereits. „Mir hat das Objekt gefallen, weil es ebenerdig ist. Es war einst eine große Werkzeughalle. Den Umbau haben wir selbst gestemmt. Mein Mann kennt hier jeden Stein“, verrät die Mutter von zwei Kindern, die sich mit dieser Einrichtung bereits einen Traum erfüllt hat.

„Ich wollte schon immer mit Menschen arbeiten. Zuerst habe ich deshalb den Beruf des Erziehers erlernt. In München konnte ich dadurch auch arbeiten, hier hatte ich in diesem Job keine Chance“, sagt sie.

Deshalb habe sie eine neue Ausbildung als Physiotherapeutin begonnen, sagt Antje Sopart. In ihrer Praxis hängen viele Urkunden mit den verschiedensten Abschlüssen: Hypnose, Autogenes Training oder Reiki finden sich darunter. Zeit zum Ausruhen scheint es nur wenig zu geben. Antje Sopart ist eine Powerfrau, die keinen Zweifel aufkommen lässt, ihren Traum auch umzusetzen.

(mz)
– Quelle: http://www.mz-web.de/25268260 ©2017

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