Ortsrundfahrt: Schlaglöchervisite mit Traktor und Planwagen

Ortsrundfahrt: Schlaglöchervisite mit Traktor und Planwagen

Ortsrundfahrt
Mit Traktor und Planwagen erkundeten Mitglieder des Ordnungsausschusses den Ort Mehringen. Foto: Christiane Rasch

Welche „Baustellen“ müssen in Mehringen dringend in Angriff genommen werden? Wo hat sich im Ort seit Jahren nichts getan? Und in welchen Bereichen konnte sich dieser zum Positiven entwickeln? Darüber haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, Recht und Kommunales der Stadt Aschersleben am Dienstag einen Überblick verschafft - persönlich bei einer Ortsrundfahrt. Dafür wurden zwei Traktoren und Planwagen organisiert, um in Anbetracht der Zeit möglichst viele Bereiche zeigen zu können. „Es gibt einiges zu sehen“, kündigte Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind an. „Gutes, sehr Gutes und weniger Gutes.“

 

 



Das weniger Gute bekamen die Besucher kurze Zeit später zu spüren: Vom Feuerwehrdepot ging es mit dem Planwagen über die sanierungsbedürftige Angerstraße. „Die sollte eigentlich schon 2009 gemacht werden“, erklärte Ortschaftsrat Norbert Schwab. Getan hat sich bis heute aber nichts. In schlechtem Zustand befindet sich auch die parallel dazu verlaufende Grüne Straße. Insbesondere die Gehwege sind laut Schwab für ältere Menschen, die auf Rollatoren angewiesen sind, ungeeignet. Auf der Fahrt in Richtung Kita wies deren Leiterin Ilona Trimpert zudem auf den Zustand der Alten Bahnhofstraße hin. Riesige Schlaglöcher gebe es auf dem Bahngelände, das vor Jahren verkauft werden sollte. Ein Problem sei das vor allem für den Linienbus, der die Straße passieren muss.

Die Gelegenheit der Ortsrundfahrt nutzten Kita-Leiterin Ilona Trimpert und Silvia Wollmann, die Leiterin der Grundschule, um die Ausschussmitglieder auf zwei weitere Probleme aufmerksam zu machen: Mehringen fehlt es nach wie vor an einer intakten Turnhalle, weil die entsprechenden Mittel für eine Sanierung fehlen.

Zweimal wöchentlich muss ein Sonderbus angemietet werden, um Jungen und Mädchen zum Schulsport nach Aschersleben zu fahren. „Es würde sich lohnen, unsere Turnhalle zu sanieren, denn diese würde auch über den Unterricht hinaus von Vereinen genutzt werden“, erklärte Wollmann. Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass der Zaun, der Kita- und Schulgelände umgibt, zeitnah erneuert werden muss.

Dass Mehringen aber bei weitem nicht nur aus sanierungsbedürftige Ecken besteht, zeigte sich spätestens auf der Insel. Der Festplatz wird nicht nur von Mitgliedern ansässiger Vereine genutzt und instand gehalten, sondern verwandelt sich bei großen Veranstaltungen auch schon mal zur Partymeile. Ulrich Fügner, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins, wies in diesem Zusammenhang auf das jüngste Erntedankfest hin, zu dem weit über tausend Besucher auf die Insel strömten.

Von dort aus ging es am Dienstagabend per Planwagen einmal quer durch den Ort. Ziel war der Westerberg, wo Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie derzeit eine Forschungsgrabung rund um die Burg Bünau vornehmen. Einige Überreste der hochmittelalterlichen Anlage konnten die Besucher vor Ort begutachten. Andere Funde wie Keramik und Knochen, die laut Grabungsleiter Andreas Siegl aus dem zehnten und elften Jahrhundert stammen, wurden bereits gesichert. Ebenfalls ein Relikt, das von Mehringens langer Geschichte zeugt, ist das ehemalige Zisterzienserinnenkloster. Die Besichtigung der Ruine bildete den Abschluss des Ortsrundgangs. (mz)

von Christiane Rasch, 19.10.17, 09:55 Uhr

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