Nach 18 Jahren - Ortswehrleiter macht Platz für Jüngere

Nach 18 Jahren - Ortswehrleiter macht Platz für Jüngere

Mehringen -Axel Trimpert

18 Jahre hat Axel Trimpert ehrenamtlich als Wehrleiter in Mehringen gearbeitet. Zehn Jahre davor war er schon stellvertretender Wehrleiter der Ortsfeuerwehr. Am Wochenende hat Trimpert den Staffelstab bei der Jahreshauptversammlung an den bisherigen Chef der Jugendfeuerwehr, Martin Bork, schon mal übergeben. Auch wenn er bis 30. Juni die Funktion noch inne hat. Dann könnte es für ihn auch richtig emotional werden.

„Dass es so schwer wird, habe ich mir nicht vorgestellt“, gesteht er vor seiner heimischen Feuerwehrwand mit den Andenken an Jubiläen anderer Wehren oder Auszeichnungen. „18 Jahre als Wehrleiter und zehn als Stellvertreter davor, die gehen nicht so spurlos an einem vorbei.“

Trimpert sagt „meine Feuerwehr“ und „meine Kameraden“

Wie sein Kollege von der Partnerfeuerwehr in Elze sagt Trimpert heute „meine Feuerwehr“ und „meine Kameraden“. Weil er als Wehrleiter eben die Verantwortung trägt.

Als Schüler der Mehringer Schule folgte Trimpert einst mit mehreren Schulkameraden einem Aufruf der Feuerwehrfrau Verena Milius. Die baute eine Gruppe junger Brandschützer auf. „Wir waren einmal da. Und dann hat einen das Fieber gepackt“, erinnert er sich. Alle waren Freunde, und es machte Spaß, Schläuche auszurollen, die Löschstrecke aufzubauen und dann mit Wasser zu spritzen.

Er erinnert sich an die ersten Wettkämpfe in Westdorf und Drohndorf, die sie begeisterten. „Wir waren eine gute Truppe.“ Trimpert blieb dabei, wurde Gruppenführer, weil die anderen lieber Schläuche ausrollten als Kommandos zu geben.

Einweihung des neuen Gerätehauses 2001 war ein Höhepunkt

Den Lehrgang zum Gruppenführer musste er nach der Wende sogar noch einmal wiederholen. Er wurde schließlich Stellvertreter von Wehrleiter Joachim Milius, der ihm 2001 das Amt übergab. Als schönste Erlebnisse nennt der 61-Jährige die Einweihung des neuen Gerätehauses als frisch gebackener Wehrleiter 2001 und die Übergabe der neuen Löschfahrzeuge. Aber auch die 100-Jahr-Feier 1996 und die mehrtägigen Ausflüge mit den Kameraden.

Dass sie wie eine große Familie in Mehringen sind, liegt vielleicht auch daran, dass die Frauen mit einbezogen werden. Trimperts Ehefrau, die er schon in der Schule kennengelernt hatte, ist seit 40 Jahren dabei.

Marcus (36), einer der beiden Söhne, wurde auch Feuerwehrmann und wird ab Juli den Job übernehmen, den der Vater vor 38 Jahren übernommen hatte: den des Stellvertreters von Martin Bork. Über den sagt Trimpert, der sei für die Feuerwehr geboren. „Das sind findige Leute, in die ich Vertrauen habe.“

Unfälle mit tödlichem Ausgang sind schwer zu verkraften

Tragisches hat er als Feuerwehrmann einiges erlebt. Das Schlimmste für ihn sei 2015 der Diebstahl des gerade sieben Jahre alten Tanklöschfahrzeuges gewesen, das dann abgebrannt gefunden wurde. Schwer zu verkraften sind vor allem Unfälle mit tödlichem Ausgang. „Das nimmt einen mit.“ Psychologische Betreuung brauchte er selbst aber nie.

„Man setzt sich hinterher zusammen und spricht mit den Kameraden, die dabei waren, darüber.“ Das helfe ihm. „In dem Moment, wo man dabei ist, ist man so voll Adrenalin, dass man nicht darüber nachdenkt. Man handelt eben.“

Axel Trimpert betont, dass er seine Arbeit als Wehrleiter ohne die gute Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Bernd Schewe, der zusammen mit ihm sein Amt abgibt, nicht so lange gemacht hätte. Als Trimpert als Elektriker auf Montage arbeiten musste, habe sein Stellvertreter die ganze Arbeit gemacht.

„Wir haben jeden Tag telefoniert.“ Aber auch dem alten Wehrleiter Milius habe er viel zu verdanken. Trimpert, der in Aschersleben bei Petraluxe arbeitet, wird auch in den nächsten Jahren bis zum 67. Geburtstag bei Einsätzen ausrücken. Ganz aufgeben will er die Feuerwehr nicht. Und der Jugend will er weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. (mz)

von Detlef Anders, 07.02.2019

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