Mittelalterliche Burg zwischen Aschersleben und Mehringen Die Idee mit der Drohne

Mittelalterliche Burg zwischen Aschersleben und Mehringen Die Idee mit der Drohne

Burg Bünau LuftbildAus der Luft sind Konturen deutlich sichtbar.
Foto: privat

Mehringen -

Klaus Kilian und Klaus Berger haben es nicht nur vermutet, sondern waren sich auch relativ sicher, dass sich zwischen Aschersleben und Mehringen die Reste einer mittelalterlichen Burg befinden. Ihnen ist es unter anderem zu verdanken, dass das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalts Ausgrabungen durchführt. Die MZ hat mit ihnen gesprochen.



„Dass es in Mehringen die Burg Bünau gegeben hat, galt eigentlich als sicher. Denn darauf weist schon der Flurname hin. Nur wo hat sie gestanden?“, sagt Berger. Vermutungen gab es schon länger. „Mein Vater hat das Feld, auf dem jetzt gegraben wird, bewirtschaftet. Er ist oftmals mit dem Pflug über Steine gerumpelt. Deshalb die Vermutung, dass dies etwas mit der Burg zu tun haben könnte“, schildert er.

Pflanzen wuchsen unregelmäßig

Seit drei Jahren nutzt Klaus Kilian die Fläche. Auch er hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Zudem ist ihm auch aufgefallen, dass die Pflanzen auf dem Feld nicht überall gleichmäßig wachsen. Das hängt mit der Struktur des Bodens zusammen. „Die Burg muss auf dieser Fläche gestanden haben“, schlussfolgerte er und ist neugierig geworden.

Und so keimte der Entschluss, das Ganze aus der Luft zu betrachten. Es sollte aber ein trockenes Jahr sein. Und diese Voraussetzungen waren im Vorjahr gegeben. Mit der Drohne eines Bekannten wurde dann aus der Luft das Gelände begutachtet. „Man sieht deutlich Konturen, die auf eine vormalige Bebauung hindeuten“, erklärt der Landwirt.

Vortrag des Askanischen Geschichtsvereins

In Erinnerung gerufen wurde die Burg Bünau auch durch einen Vortrag des Akanischen Geschichtsvereins von Kurt Großkreutz zu diesem Thema. Viele Mehringer Bürger folgten seinen Ausführungen. Allerdings wurde der Standort wohl etwas näher an der ehemaligen Walkmühle vermutet. „Doch das konnten wir anhand unserer Luftaufnahmen korrigieren“, unterstreicht Kilian, der sich auch für Geschichte interessiert. „Ich hätte gern mehr Zeit, um noch mehr über die Region zu erfahren“, meint er.

Großkreutz hatte den Vortrag noch einmal zum Erntedankfest gehalten. Zu Gast waren dort auch Rudolf und Friederike von Bünau, Nachfahren des mittelalterlichen Rittergeschlechts und Burgherren.

Landesamt wird aufmerksam

Durch die Aktivitäten der Mehringer ist letztendlich das Landesamt in Halle aufmerksam geworden und erhofft sich durch die systematische Erfassung der Denkmalsubstanz weitere Rückschlüsse auf Entstehung, Nutzung und Niedergang der Burg.

Es gilt als recht sicher, dass Mehringen eine Turmhügelburg mit einem aus Naturstein gemauerten Turm, einem Wall und einen Graben besaß. Klaus Berger vermutet, dass die Burg im 30-jährigen Krieg zerstört wurde. Die Steine sind mit großer Wahrscheinlichkeit zum Häuserbau verwendet worden. (mz)

MZ von Thorsten Köhler 18.04.16

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