»Mit 66 Jahren da fängt das Leben an«

»Mit 66 Jahren da fängt das Leben an«

Reinhard Winkler aus Mehringen engagiert sich seit vielen Jahren für die Vereinsarbeit im Dorf

MZ-Rose für Reinhard WinklerDer 66-jährige Landwirt und Ehrenvorsitzende der Schützengesellschaft Mehringen erhielt die MZ-Rose. (MZ-Foto: Susanne Thon)

Mehringen/MZ. Die Proklamation der Mehringer Schützenkönige 2008 sollte für Reinhard Winkler eine ganz besondere Überraschung werden. Die Schützen waren versammelt und er wollte als Juror gerade die Schießergebnisse bekanntgeben. Da übernahm Uwe Hirsch, Vorsitzender der Schützengesellschaft Mehrigen, das Zepter. Und das sehr zur Verwunderung von Winkler. Dann die Ehrung mit der MZ-Rose für seine über viele Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Ort. Denn ohne den Landwirt geht hier nichts, war aus der Runde der Schützen zu hören. Nur wenige wussten davon, deshalb war die Freude umso größer. Und auf Winkler, der am Tag zuvor seinen 66. Geburtstag gefeiert hatte, passt der Song von Udo Jürgens "Mit 66 Jahren da fängt das Leben an" irgendwie schon. Und das gibt er auch unumwunden zu.

Reinhard Winkler gehört zu den Hauptinitiatoren, die 1992 die Wiedergründung der Schützengesellschaft vorangetrieben haben. Bis 2007 war Winkler Vorsitzender, übergab dann den Staffelstab an Uwe Hirsch weiter. Doch er zog sich nicht zurück, ist Ehrenvorsitzender und wann immer sein Rat benötigt wird, steht er zur Verfügung. "Er leistet eine unverzichtbare Arbeit und eine nicht immer einfache ehrenamtliche Tätigkeit", sagt Hirsch. Dafür wurde Winkler im vergangenen Jahr mit der Protektormedaille des Deutschen Schützenbundes, gestiftet von seiner Hoheit, dem Prinzen von Sachsen-Coburg, geehrt.

In Mehringen hat der 66-Jährige seine Wurzeln, hier erblickte er das Licht der Welt. Gelernt hat er bei der LPG, hat studiert und war dann auch der Chef. "Es war eine anstrengende, aber auch schöne Zeit", beschreibt er die Jahre bis zur Wende. Dann folgte die Selbstständigkeit. "Das habe ich mit dem Wissen getan, dass meine Söhne einmal den Betrieb weiterführen werden. Und am 1. Juli 2007 habe ich mich dann auch endgültig zurückgezogen", so Winkler, der es einfach nicht lassen kann und noch immer sehr aktiv ist. Das möge auch daran liegen, dass er auf eine mehr als 30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit zurückblicken kann. Ende der 60er Jahre fing alles mit dem Dorfclub an.

"Und solange es die Gesundheit zulässt, stehe ich zur Verfügung", versichert Reinhard Winkler, der natürlich auch seine Hände bei den Vorbereitungen für das Schützenfest mit im Spiel hatte.

Über Langeweile kann er nicht klagen. Dass sein Beruf auch sein Hobby ist, zeigt er damit, dass er leidenschaftlich gern auch historische Landtechnik restauriert, die in einem kleinen Museum bestaunt werden kann. Und was sagt die Ehefrau dazu, wenn der Mann immer unterwegs ist? "Meine Frau steht mir zur Seite und ist daher auch sehr tolerant", meint Winkler.

von Elfi Schurtzmann, Mitteldeutsche Zeitung, 04.07.08 18:26h, aktualisiert 04.07.08 18:55h

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