Jugendfeuerwehr Mehringen Dienst wie die Großen

Jugendfeuerwehr Mehringen Dienst wie die Großen

Jugendfeuerwehr MehringenFoto: Gehrmann

Mehringen -

Die meisten Mädchen und Jungen der Mehringer Jugendfeuerwehr sitzen nach dem Mittag noch entspannt an den Tischen. Einige haben schon ihre Dienstkleidung abgelegt. Doch dann kommt der unerwartete Einsatzbefehl: Unfall mit einer eingeklemmten Person. In Windeseile wird die Ausrüstung angelegt und zu den Einsatzfahrzeugen gelaufen. Jugendwehrleiter Martin Bork, der auch den Einsatz leitet, gibt erste Anweisungen. Mit Blaulicht geht es zum Unfallort.



Am Einsatzort angekommen, muss sich die Gruppe teilen, denn es ist auch noch ein Feuer zu löschen. „Das können die Mädchen und Jungen schon allein. Das haben sie schon gelernt“, erklärt Wehrleiter Axel Trimpert. Die Bergung eines Verletzten, der in einem Fahrzeug eingeklemmt ist, bedeutet jedoch Neuland. „Deshalb geht es nicht darum, möglichst schnell zu handeln, sondern wir legen Wert darauf, dass die Handgriffe richtig sitzen“, betont Bork.

Und so geben er und die anderen Kameraden der Wehr immer wieder Ratschläge und Hilfestellungen. „Wir machen das bewusst mit der aktiven Wehr zusammen. Das dient letztendlich auch dem Zusammenhalt. Hier sind übrigens alle per Du“, sagt Trimpert.

Für die Mädchen und Jungen ist es gar nicht so einfach, zum Beispiel mit einem Spreizer umzugehen. Das Gleiche gilt für das Einschlagen einer Autoscheibe. Keine Berührungsängste hat der zehnjährige Benny. Bei ihm klappt es gleich beim ersten Mal. „War gar nicht so schwer“, meint er und fügt sofort an, dass er morgen schon elf wird. „Er ist ganz stolz, in der Jugendwehr zu sein“, weiß Axel Trimpert.

Etwas mulmig im Bauch fühlt sich die elfjährige Kyra. Kein Wunder, denn ihre Mutter Diana spielt die Verletzte im Auto. „Es war schon etwas beängstigend“, gibt sie zu. Doch das Blut im Gesicht stellt sich schnell als Ketchup heraus. „Es ist richtig spannend, so etwas zu erleben“, schildert sie. Vater Nico Kersten, der den Einsatz fotografiert und zur aktiven Wehr gehört, meint: „Jetzt weiß Kyra,was auf uns zukommt, wenn wir im Einsatz sind.“

Der Einsatz war nicht der einzige Höhepunkt des Tages. Bereits kurz nach dem Frühstück gab es einen kleinen Einsatz. Am Vormittag stand dann der Besuch des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Staßfurt auf dem Programm. Dort wurden die Jugendlichen mit Atemschutzmasken vertraut gemacht. Sie konnten auch einmal die Trainingsstrecke absolvieren, allerdings ohne Maske.

Wer denkt, mit dem Einsatz ist alles getan, der irrt. Denn die Technik muss gesäubert und wieder einsatzfähig gemacht werden. Auch der Tank des Löschfahrzeuges wird aufgefüllt. Aufmerksamkeit gilt natürlich auch der eigenen Ausrüstung bis hin zum Schuhe-putzen.

Solch Simulation eines 24-Stunden-Tages für die Jugendwehr machen die Mehringer bereits das fünfte Mal. „Ich habe davon in einer Feuerwehrzeitschrift gelesen und fand die richtig gut“, blickt Axel Trimpert zurück. „In den Vorjahren konnten wir durch solche Aktionen, die auch für Nichtmitglieder gedacht sind, immer ein, zwei Jugendliche für die Wehr gewinnen. Diesmal sind leider nur unsere Leute dabei“, bedauert er ein wenig.

„Ein großes Dankeschön geht an die Frauen, die sich um die Versorgung kümmern. Auf sie können wir uns immer verlassen“, so der Wehrleiter. (mz)

MZ von Thorsten Köhler 18.10.15

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