Jugendfeuerwehr: Mädchen und Jungen trainieren Brandbekämpfung

Jugendfeuerwehr: Mädchen und Jungen trainieren Brandbekämpfung

Jugendfeuerwehr MehringenKevin (l.) und Jasmin löschen das Feuer. Foto: Thomas Tobis

Die Mädchen und Jungen der Mehringer Jugendfeuerwehr räumen gerade ihr Frühstück im Depot ab, da ereilt sie die Meldung: „Brand in einem Silo zwischen Schierstedt und Mehringen.“ Sekunden später heult die Sirene.

Einige schauen noch etwas unsicher, doch dann geht es schnurstracks zur Ausrüstung. Kurz darauf verteilen sie sich auf die Einsatzfahrzeuge. „Das Löschfahrzeug wird zuerst besetzt“, kommt ein Hinweis. Mit Blaulicht und Sirene geht es zum Einsatzort. Doch es ist nicht nur ein Feuer. Es brennt gleich an zwei Stellen.

 

Jetzt sind die beiden Gruppenführer Joulina und Paul gefragt. Sie beraten sich kurz und entwickeln Ideen, wie sie den Brand bekämpfen wollen. Doch zunächst müssen die jungen Feuerwehrleute die „Schaulustigen“, gespielt von Mitgliedern der aktiven Wehr, von den Flammen fernhalten. In zwei Gruppen wird dann nach der kurzen Einweisung die Brandbekämpfung in Angriff genommen. Schläuche werden ausgerollt, an das Löschfahrzeug angeschlossen und miteinander verbunden. Dann kommt das Kommando „Wasser marsch!“. Für den zwölfjährigen Benny ist es gar nicht so einfach, den C-Schlauch zu beherrschen. „Nicht gegen den Wind löschen“, kommt der Hinweis vom Jugendwehrleiter Martin Bork, der mit einigen anderen Kameraden aufmerksam die Löschaktionen verfolgt. Denn alles wird natürlich noch ausgewertet. „Das machen wir aber nach der Rückkehr im Depot“, kündigt Bork an.


Doch noch war das Feuer nicht komplett bekämpft. Dicker Qualm breitet sich aus. Es heißt weiter löschen. Doch dann ist es geschafft. „Feuer aus!“, meldet Benny. Und auch das zweite Feuer ist aus. Mögliche Glutnester müssen nicht beobachtet werden. Auch eine Wärmebildkamera, wie sie mitunter zum Einsatz kommt, wird nicht benötigt. „Es war nicht so einfach“, gesteht Benny. Obwohl erst zwölf Jahre alt, ist er schon seit fünf Jahren dabei. Die Aktion „24 Stunden Feuerwehrmann“ findet er toll, und es ist klar, er wird später Mitglied der aktiven Wehr. „Die Feuerwehr hat mich schon immer fasziniert. Vor allem, was mit Technik zu tun hat“, sagt er. „Benny ist mit Leidenschaft dabei, liest viel und macht sich über viele Sachen bei der Feuerwehr Gedanken“, weiß Martin Bork.

Auch die beiden Gruppenführer haben ihren Einsatz beendet. „Zu Beginn war es noch ein bischen hektisch. Doch dann lief es immer besser“, schätzt der 16-jährige Paul ein. Er ist durch einen Freund zur Feuerwehr gekommen. Auch die knapp 14-jährige Joulina geht recht kritisch mit dem Einsatz um. „Es hätte alles etwas schneller gehen können, aber dafür üben wir das ja“, meint sie. Die Brandbekämpfung ist aber nur ein Teil von „24 Stunden Feuerwehrmann“. Es wird eine vermisste Person gesucht oder eine entlaufene Katze eingefangen. Aber auch Spiele gehören dazu. „Wir haben das bei einem Besuch in den alten Bundesländern gesehen und uns entschieden, die Aktion auch in Mehringen ins Leben zu rufen“, erklärt der Jugendwehrleiter.

„Uns ist auch wichtig, dass es offen für das ganze Dorf ist, nicht nur für die Jugendwehr“, so Bork. Deshalb habe man auch bei einer gemeinsamen Evakuierungsübung in der Grundschule für die Aktion Werbung gemacht. „Doch es ist nicht so einfach, Kinder für uns zu begeistern. Viele haben schon ein Hobby. So sagten zwei Jungs ab, die an diesem Wochenende Fußball spielen“, bedauert er. Dennoch ist Martin Bork mit der Jugendarbeit zufrieden. „Wir haben 16 Mitglieder in der Jugendwehr und sechs bei den Kindern. Das kann sich sehen lassen“, findet er. Und vielleicht sind ja im nächsten Jahr ein paar neue Gesichter dabei.  (mz)

Von Thorsten Köhler, 01.11.17, 11:19 Uhr

Zurück zur Übersicht