Jugendclub in Mehringen - Geringe Nachfrage führt zur Schließung

Jugendclub in Mehringen - Geringe Nachfrage führt zur Schließung

jugendclub mehringen
Freudige Gesichter wie im Jugendclub in Wilsleben gab es in der Einrichtung in Mehringen zuletzt seltener.
Foto: Frank Gehrmann

Der Mehringer Jugendclub wird in absehbarer Zeit seine Pforten schließen. Grund ist, dass kaum Kinder und Jugendliche die Freizeiteinrichtung nutzen. „Seit Monaten besteht hier kein Bedarf mehr. Die Kraft, die dort eingesetzt ist, hat nichts zu tun. Wenn ihr Vertrag ausläuft, schließen wir“, erklärt Rüdiger Schulz, Amtsleiter für Soziales bei der Stadt Aschersleben auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.



Ausbleibender Besuch

Der Mangel an Besuchern sei schon immer ein Problem in Mehringen gewesen. Auch als sich der Jugendclub noch nicht so zentral befunden habe, so Schulz. Auch nachdem das Problem behoben worden sei, blieben die Jugendlichen weg. „Bereits damals wollten wir schon schließen“, erinnert der Amtsleiter. Ihn ärgert die Schließung in Mehringen, weil die Stadt in anderen Ortsteilen die Betreuung nicht absichern könne.

Trotzdem will die Stadt den Jugendlichen im ländlichen Bereich ein Angebot machen. Zum Beispiel bestehe nun die Möglichkeit, mit dem Jugendmobil in die Stadt zu fahren und dort eine Einrichtung zu besuchen. Dieses Mobil könne in der Stadt beim Stadtjugendpfleger Uwe Rothe angemeldet werden. „Wenn Bedarf für einen Jugendclub wieder vorhanden ist, werden wir das prüfen und neu darüber entscheiden“, verspricht Schulz.

Inventur in Jugendclubs

Die Mitglieder des städtischen Ausschuss für Bildungs-, Kultur und Sozialschusses informierte Schulz einen Tag später, dass die Stadtverwaltung derzeit damit beschäftigt sei, alle Jugendclubs in der Kernstadt und in den Ortsteilen einer Inventur zu unterziehen. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass es zunehmend schwieriger werde alle Jugendfreizeiteinrichtungen auch für die fernere Zukunft zu erhalten.

Ein Grund dafür sei, wie Schulz schon in Mehringen gesagt hatte, die immer häufiger ausbleibenden Bewilligungen für den Einsatz des notwendigen Betreuungspersonals. Davon sei vor allem der ländliche Raum - sprich die Ortsteile - betroffen. Ob es bereits Pläne für die Schließung eines weiteren oder mehrerer Jugendclubs gibt, sagte der Leiter des Amtes für Soziales, Jugend und Vereinsförderung nicht. Es sei für den Fall der Fälle aber schon darüber nachgedacht worden, die beiden vorhandenen Jugendmobil-Kleinbusse auch als Fahrgelegenheiten für Jugendliche anderer Ortsteile von der Kernstadt in die Wohnorte einzusetzen. (mz)

MZ Von Marion Pocklitz und Harald Vopel 25.03.16

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