»In Mehringen pulsiert das Leben«

»In Mehringen pulsiert das Leben«

Vorwiegend Lob am Donnerstag am MZ-Stand - Vorfreude auf das Heimat- und Schützenfest

Mehringen/MZ. "Das sieht schon gut aus da hinten. Ich bin schon ganz aufgeregt", meint Kerstin Webel. Die Schausteller sind längst auf der Insel in Mehringen angekommen und fleißig am Werke. Bis am Freitagnachmittag muss alles fertig sein, denn dann beginnt das 61. heimatliche Schützenfest.

Besonders aber freut sich Frau Webel, dass es der Heimatverein hingekriegt hat, dass Mehringen nun eine eigene Internetseite hat. Die ist seit dem 26. Juni freigeschaltet und unter www.mehringen.de zu finden. Annika Fügner-Meier und Martin Andert haben sich der Sache angenommen, sagt Kerstin Webel. Auf der Seite findet man einen geschichtlichen Abriss, kulturelle Höhepunkte wie das Heimat- und Schützenfest, die ortsansässigen Gewerbe und Vereine präsentieren sich und die Krönungsproklamation des neuen Schützenkönigs findet man auch auf der Seite. "Die Pflege unserer Internetseite haben sich Annika Fügner-Meier und Martin Andert auf ihre Fahnen geschrieben und wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Menschen unsere Seite besuchen", hofft Frau Webel.

Auch Margot Böttger freut sich auf das Wochenende. Ob sie denn hingehen werde? "Na klar, ansonsten würde doch etwas fehlen." Was für eine Frage. "Bei uns ist immer etwas los", nennt sie auch Seniorennachmittage und die regelmäßig organisierten Ausflüge, wie letztens erst die Fahrt nach Halle. "Ich fühle mich richtig wohl hier", sagte die zugezogene Mehringerin am Donnerstag. Und mit der Meinung steht sie nicht allein. Bis auf einige zu kritisierende Kleinigkeiten durchweg zufriedenes Kopfnicken.

"Was mich freut, ist, dass das Getümmel auf dem Lindenplatz nachgelassen hat", sagt Böttger. Kein Lärm, kein Müll. Die Jugendlichen hätten sich in den Jugendclub zurückgezogen. "Er ist ja extra für sie da", befürwortet sie die Einrichtung. In dem Moment rollt der Gemüsewagen an - "unsere Versorgungsquelle kommt." Mehrmals die Woche stoppen die Händler wie Bäcker und Fleischer im Ort. Kurt Wolf bedauert es, dass man wegen jeder Schraube, jedem Nagel aus dem Baumarkt erst nach Aschersleben fahren muss.

Holger Herrmann, stellvertretender Ortsbürgermeister, und Ortschaftsmitglied Heinz Leineweber nahmen sich ebenfalls die Zeit, um mit der Mitteldeutschen Zeitung ins Gespräch zu kommen. Sie standen aber auch für Fragen der Mehringer zur Verfügung. Heinz Leineweber hatte sogar einen Spickzettel, um nichts zu vergessen. So wurden die Kritikpunkte, die auf der letzten Ratssitzung angesprochen worden sind, fast alle beseitigt. So sind unter anderem die Löcher vor der Sparkasse beseitigt, am Anger und der Papiermühle sowie in der Grünen Gasse ist wieder alles in Ordnung. Der Europa-Radweg R 1 zwischen Mehringen und Aschersleben kann wieder genutzt werden und auch der Weg unter den Westerbergen wurde ausgebessert, freut sich Leineweber über die schnelle Reaktion der Ascherslebener Bauhofmitarbeiter. "Das muss ich unbedingt mal loswerden: Ein großes Dankeschön an alle Mehringer, die dafür sorgen, dass man sich hier wohlfühlen kann. Die Vereine strahlen aus, versuchen etwas auf die Beine zu stellen. Die meisten fühlen sich hier wohl und das geht mir als Zugezogenem auch so", sagt Herrmann, der seit 1993 in Mehringen wohnt und meint, "dass in Mehringen das Leben pulsiert".

Besorgt ist Konrad Ziege - "wenn da mal eine alte Frau hinfällt. Ich selbst bin auch schon gestürzt." Schon öfters habe er das Fehlen eines Geländers am Aufgang zur Fußgängerbrücke an der Hauptstraße bemängelt. Dass es sich um eine Unfallquelle handele und dort auch eine Absperrung hingehöre, bestätigt Holger Herrmann. Abhilfe versprechen der stellvertretende Bürgermeister und Heinz Leineweber auch in zwei weiteren Angelegenheiten. Zum einen gehöre die ausgepflasterte Senke im Weinberg, die vor etwa anderthalb bis zwei Jahren mit Kies aufgefüllt wurde, ausgehoben. "Das Wasser läuft in den Ort. Der Dreck bleibt", macht Ziege auf den Missstand aufmerksam. Zum anderen gehe es um drei Bäume am Deibelsberg und Anger, deren Äste bei starkem Wind gegen die Leitungen schlagen. "Ich habe auch schon gesehen, dass die Birke in den Drähten hängt", bestätigt Herrmann Zieges drittes Anliegen. Schnellstmöglich möchte er diesen Mangel behoben wissen. Gleich am Freitag werde er sich mit dem Ordnungsamt in Verbindung setzen, verspricht er.

von Elfi Schurtzmann und Susanne Thon, Mitteldeutsche Zeitung, 03.07.08, 19:09h, aktualisiert 03.07.08, 19:22h

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