Fussball-Salzlandliga FSV Drohndorf/Mehringen trauert um langjährigen Manager

Fussball-Salzlandliga FSV Drohndorf/Mehringen trauert um langjährigen Manager

FSV Drohndorf Mehringen Peter MüllerNach der Rückkehr in die Landesklasse im Sommer 2014 präsentierte Peter Müller stolz Bilder der Aufstiegsmannschaften. In der vergangenen Woche ist der FSV-Manager überraschend gestorben.
Foto: Archiv/Gehrmann

Es ist noch keine zwei Monate her, da gewährte Peter Müller nach der schwachen Landesklasse-Saison des FSV Drohndorf/Mehringen der Mitteldeutschen Zeitung ein ausführliches Interview. Der Manager des Vereins gab sich dort so, wie er eigentlich immer war: offen und ehrlich, mit einer unverkennbar rauchigen Stimme. Müller hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, sprach Klartext. Er prangerte die Entwicklung an, dass im Amateurfußball mittlerweile beachtliche Summen an Spieler gezahlt werden und gab offen zu, dass der FSV unter solchen Voraussetzungen kein Landesklasse-Verein sein könnte. Müller sagte aber auch: „Bei uns geht es trotz der verkorksten Saison positiv weiter.“ Ein großer Teil dieser positiven Kraft ist nun jedoch verloren gegangen. Peter Müller ist in der vergangenen Woche völlig überraschend gestorben.



Verein ist geschockt

„Der gesamte Verein ist sprachlos und geschockt“, sagt Trainer Sebastian Otte. Müller war mit einer kurzen Unterbrechung Mitte der 1990er Jahre seit über 25 Jahren Manager des FSV Drohndorf/Mehringen. Er verrichtete seine Arbeit dabei oft im Stillen. Er hat organisiert und geplant, Müller gab dem Verein eine Struktur. Auf seine ganz eigene unverblümte Art. „Er war ein Mann mit Ecken und Kanten, doch am Ende des Tages hatten wir immer gas gleiche Ziel: den Verein“, sagt Otte. In seiner Amtszeit hatte der Manager einen gewaltigen Anteil daran, dass der Verein zweimal in die Landesklasse aufgestiegen ist.

Müllers Arbeitsweise war es aber auch, immer mal wieder ein echtes Highlight zu setzen. So lockte er in der Vergangenheit unter anderem Frauen-Bundesligist Turbine Potsdam oder die Traditions-Elf von Carl-Zeiss Jena nach Drohndorf. Erst im vergangenen Jahr gastierte der traditionsreiche 1. FC Lok Leipzig zu einem Testspiel. Peter Müller war zudem ständig darum bemüht, neue Sponsoren für Drohndorf/Mehringen zu gewinnen. Und auch sein enormes Engagement bei Arbeitseinsätzen rund um das Vereinsheim sowie allgemein am gesamten Gelände in Drohndorf wird dem Verein fehlen - und eine riesige Lücke hinterlassen. Peter Müller stand wie kein Zweiter für den FSV Drohndorf/Mehringen. Im vergangenen Jahr wurde er für seine großen ehrenamtlichen Verdienste sogar vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgezeichnet.

Am vergangenen Donnerstag erreichte den Verein die erschütternde Nachricht von Müllers Tod. Er war morgens nicht mehr aufgewacht, einfach so. Vieles deutet auf einen Herzinfarkt im Schlaf hin. Peter Müller wurde 61 Jahre alt.
Sportfest findet statt

Dennoch veranstaltete Drohndorf am Wochenende sein Sportfest mit mehreren Spielen vom Freitag bis Sonntag. „Wir haben lange überlegt, was wir machen“, sagt Sebastian Otte mit tief bedrückter Stimme, „doch am Ende waren wir einstimmig dafür, die Spiele stattfinden zu lassen. Peter hätte es so gewollt, weil er ein im positiven Sinne Fußballverrückter war.“ Die Stimmung auf dem Sportplatz in Drohndorf war bedrückend. „Aber es war wichtig für den Verein“, findet Otte, „wir stehen in solchen Zeiten noch enger zusammen.“

Am Montagabend findet beim FSV Drohndorf/Mehringen eine außerplanmäßige Vereinssitzung statt. Es soll, es muss in ihr auch darum gehen, wer in Zukunft die Aufgaben, die Peter Müller bisher erledigt hat, übernimmt. Sein Vermächtnis soll fortgeführt werden. Fest steht dabei aber schon jetzt eins: Man wird die Aufgaben von Peter Müller neu verteilen können. Zu ersetzen aber wird ein Mensch wie Peter Müller nicht sein. (mz)

MZ von Tobias Grosse 08.08.16

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