Befall von Porlingen Drei Blutbuchen sind ausgeblutet

Befall von Porlingen Drei Blutbuchen sind ausgeblutet

  • Es steht schlecht um die imposanten Bäume, die das Mehringer Ortsbild prägen.
  • Besitzer wollen Fällung verhindern.

Mehringen -Rotbuchen Familie Graßhoff Mehringen

Wer durch Mehringen fährt, dem fallen sie fast unweigerlich ins Auge: die drei imposanten Blutbuchen nahe der Wipperbrücke.

Gepflanzt wurden sie 1892, als das heutige Anwesen der Familie Graßhoff entstand.

Doch seit einiger Zeit ist es um die rund 23 Meter hohen Bäume schlecht bestellt. „Seit zirca zehn Jahren beobachte ich einen Pilzbefall an den Bäumen“, sagt Torsten Graßhoff.

Porlinge zerstören die Bäume

Sogenannte Schwefel- und Riesenporlinge waren über die Zeit an den Stämmen gewachsen.

Wenn diese rauskommen und zu sehen sind, sei es im Grunde schon zu spät, so der Mehringer.

In den vergangenen zwei Jahren hatte er insgesamt drei Sachverständige für Baumpflege beauftragt, den Zustand der Blutbuchen zu untersuchen.

Nach Stamm-Bohrungen und Ultraschalltomographien kamen die Experten übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Bäume durch den Pilzbefall im Inneren bereits zerfressen sind.

Befall von Porlingen: Standsicherheit beeinträchtigt

„Von außen sieht man das nicht“, sagt Torsten Graßhoff. „Doch die Standsicherheit ist dadurch beeinträchtigt.“

Ein Sachverständiger habe daraufhin sogar empfohlen, einen der Bäume sicherheitshalber zu fällen. „Wir waren dagegen.

Denn die Bäume sind wie Drillinge und untereinander verwurzelt.“

Stattdessen hat sich die Familie für eine Alternative entschieden - nämlich die Bäume von Baumkletterern um rund dreißig Prozent auslichten zu lassen.

Auf diese Weise könne der Wind durch die Kronen pfeifen und die Standsicherheit sei fürs Erste gegeben.

Befall von Porlingen: Bäume liegen am Herzen

Leicht haben sich Graßhoffs diesen Schritt nicht gemacht. „Die Bäume gehören zum Dorf und liegen uns natürlich am Herzen.“

Bewusst hat sich die Familie deshalb dafür entschieden, den Zustand der Blutbuchen öffentlich zu machen.

Auch um auf diese Weise möglichen Spekulationen unter den Mehringern vorzubeugen.

Befall von Porlingen: Fällung nicht abwendbar

Doch trotz des Zuziehens der Experten und der kürzlich vorgenommenen Maßnahmen an den Bäumen, macht Torsten Graßhoff deutlich, dass all das keine dauerhafte Lösung ist.

„Wir hoffen auf eine gewisse Lebensdauer der Blutbuchen, aber der Tod ist schleichend und kann nicht aufgehalten werden“, so Graßhoff.

Die Baumsachverständigen gehen demnach von zehn, höchstens 15 Jahren aus, bevor die Blutbuchen endgültig gefällt werden müssen.

Bis dahin sollen acht sogenannte Kronensicherungen, die zwischen den Ästen verbaut wurden, dafür sorgen, dass die Bäume im Fall starken Windes nicht zur Gefahr werden.

Befall von Porlingen: Pilz ist auch im Erdreich

Dass an gleicher Stelle in Mehringen nach der Fällung irgendwann wieder Blutbuchen wachsen werden, ist laut Torsten Graßhoff unwahrscheinlich.

Denn der Pilz sei auch im Erdreich nachgewiesen worden. „Wir müssten dann dort eine andere Baumart pflanzen, die nicht so empfindlich auf den Porling reagiert.“ (mz)

von Christiane Rasch, 25.05.2018

 

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