Aktion beim Feuerwehrnachwuchs: Bei der Teamarbeit beschnuppern

Aktion beim Feuerwehrnachwuchs: Bei der Teamarbeit beschnuppern

Feuerwehr Mehringen DrohndorfDrohndorfs Vize-Jugendwart Danny Bierstedt (re.) zeigt Pauline, Tim, Miriam, Leonie, Vivien und Kira (von li.) den Weg. Foto: Marko Jeschor

Diese fiesen roten Plastikbälle, ständig fallen sie runter! Als wäre es nicht schon schwer genug, sie auf einer Krankentrage zu balancieren, während die Gruppe der elfjährigen Pauline aus Westdorf und der zwölfjährigen Leonie aus Mehringen den Stangenparcours bewältigt. Muss es denn noch eine Augenbinde sein? Drohndorfs stellvertretender Feuerwehr-Jugendwart Danny Bierstedt kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Die Gruppe murrt währenddessen unentwegt weiter, am Ende meistert sie aber auch die zweite Station -irgendwie.



Das Ziel aber hat sie trotz der ständig herunterfallenden Bälle erreicht: Das hieß natürlich auch Ankommen in Mehringen am Feuerwehrdepot. Viel wichtiger war aber, dass sich die Jugendlichen aus den einzelnen Ortsfeuerwehren auf dem Weg entlang der Wipper zwischen Freckleben und Mehringen besser kennenlernten. Genau deswegen hatte Stadtjugendwart Marcus Brune aus Westdorf jedenfalls auch den zweiten Orientierungsmarsch am vergangenen Sonnabend organisiert: Der Nachwuchs soll sich schon jetzt beschnuppern, um das später nicht erst im Ernstfall tun zu müssen.

Die Resonanz war mit Jugendlichen aus fünf von acht Ortswehren zwar diesmal nicht so groß wie bei der Premiere vor einem Jahr in Aschersleben. Brune nahm es aber gelassen. „Das ist einfach ein Terminproblem. Viele haben ja auch eigene Veranstaltungen.“ Zudem könne es immer gut sein, dass Kinder mal nicht können. Um es vorweg zu nehmen: Es war ein ziemlich strapaziöses Kennenlernen.

Die Jugendlichen waren in bunt gemischten Gruppen rund drei Stunden unterwegs, mussten dabei vier Stationen bewältigen und engagierten sich noch für die Umwelt.

Alle Gruppen sammelten nach einem Vorschlag von Mehringens Jugendwart Martin Bork auf der rund fünf Kilometer langen Strecke Müll ein, den sie auf ihrem Weg fanden. Danach stöhnten zwar nicht wenige über schmerzende Füße, allerdings wich das Gefühl schnell dem Hunger. Und dagegen hatten die Kameraden aus Westdorf, Mehringen, Drohndorf, Freckleben und Klein Schierstedt mit Nudeln, Bananen und Äpfeln einiges zum Mittagstisch aufgefahren.

Pauline war nun das erste Mal bei dieser Aktion dabei und fand die Umsetzung ganz prima. Dass die Elfjährige, die sich früher mal bei den Rettungsschwimmern probierte und seit einem Jahr in Westdorf sozusagen das Einmal-eins eines Feuerwehrmannes lernt, vorher so gut wie niemanden kannte in ihrer Gruppe, empfand sie als „überhaupt nicht schlimm“. Vielmehr freute sie sich, dass sie bei den nächsten anstehenden Wettkämpfen mehr Leute kennen wird als bisher.

Ähnlich sah es auch ihre Mannschaftskameradin Leonie, die bereits das zweite Mal bei der Aktion dabei war. Die hebt sich deshalb von anderen Veranstaltungen im Nachwuchsbereich ab, weil nicht das Gegeneinander, sondern eben das Miteinander im Vordergrund steht.

Tatsächlich erkannte auch Organisator Brune nach Abschluss der zweiten Aktion wieder Fortschritte. Natürlich bei den Jugendlichen, wobei es ihnen in den meisten Fällen wohl weniger schwer fällt, sich auf neue Menschen einzulassen. Vor allem aber auch bei den Betreuern, die für einen reibungslosen Ablauf selbstredend auch Hand in Hand arbeiten müssen. „Das hat super geklappt. Jeder hat seine Aufgaben erledigt.“ Mittlerweile können seiner Aussage nach Betreuer unterschiedlicher Ortswehren auch Mal kurzfristig woanders einspringen, weil der Nachwuchs ihnen vertraut. An weiteren gemeinsamen Veranstaltungen will Brune deshalb auch künftig festhalten. Zwar könne man sich überlegen, ob man nicht auch gemeinsam Bowling spielen geht, eine solche Aktion wie am Sonnabend solle es aber einmal im Jahr geben. (mz)

Von Marko Jeschor, 23.10.17, 09:01 Uhr

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